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Wir alle sind aufgefordert, Antisemitismus und Hass gegen Jüdinnen und Juden entgegenzutreten


08.11. 2018

BN - Bürgermeister Reinhard Limbach hat am Donnerstag, 8. November 2018, gemeinsam mit der Vorsitzenden der Synagogengemeinde, Dr. Margaret Traub, und Astrid Mehmel sowie Andrea Hillebrand von der Gedenkstätte Bonn an die Ereignisse und die Opfer des Novemberpogroms vor 80 Jahren in Bonn erinnert. Mit dabei waren zudem Superintendent Eckart Wüster und Stadtdechant Pfarrer Bernd Kemmerling. Das Jiskor-Gebet zur Erinnerung an die jüdischen Opfer sang Kantor Barry Mehler.

In seiner Rede ging Limbach, der Oberbürgermeister Ashok Sridharan bei der Gedenkveranstaltung vertrat, auf den Vorwand der Nazis für den Pogrom ein - der Tod eines deutschen Diplomaten in Paris - und wie er auch in Bonn am hellichten Tag ermöglicht wurde: "Die Verbrechen des Novemberpogroms 1938, die Unmenschlichkeit, der fehlende Mut einzuschreiten, aber auch Egoismus und Gleichgültigkeit, dies alles geschah mitten in Bonn. Juden lebten Jahrhunderte in unserer Stadt. Es waren Menschen aus dem Rheinland, die Opfer der Schoah wurden."

Bürgermeister Limbach prangerte den Antisemitismus unserer Zeit und seine Folgen an: "Heute sind antisemitische Anfeindungen und rechtsradikale Parolen wieder an der Tagesordnung. Wenig scheint aus der Geschichte verstanden. Auch in Bonn. Das hat uns im Sommer der Angriff auf den jüdischen Prof. Yitzhak Melamed im Bonner Hofgarten gezeigt." Der Bürgermeister machte auf die Situation von Mitgliedern der Bonner Synagogengemeinde aufmerksam, die religiöse Symbole aus Angst vor Anfeindungen verbergen und sich mit dem Gedanken der Auswanderung nach Israel tragen. Zudem erinnerte er an seinen Aufruf zum Tag der Kippa und den Besuch in der Synagogengemeinde während der Internationalen Wochen gegen Rassismus im März.

Limbach sprach sich für mehr Aufklärung aus, "um wirklich alle dafür zu sensibilisieren, was Antisemitismus ist und was er bei Jüdinnen und Juden vor dem Hintergrund ihrer Geschichte auslöst: Angst!" In diesem Zusammenhang unterstrich der Bürgermeister, wie wichtig die Arbeit der Gedenkstätte ist: Schülerinnen und Schüler, aber auch Erwachsene erfahren hier, wie jahrhundertealte antijüdische Stereotype und rassistische Argumentationsmuster entstanden sind.

Zum Schluss richtete er einen Appell an die Bonnerinnen und Bonner: "Im Alltag sind wir alle aufgefordert, Antisemitismus und Hass gegen Jüdinnen und Juden entgegenzutreten und uns solidarisch zu zeigen. Es geht um unsere historische Verantwortung, und es geht um unsere Verantwortung für die Menschen, die jetzt hier leben: Es geht um unsere Verantwortung für die Demokratie in Deutschland. Es ist an uns, jeder Hetze gegen Menschen anderer Herkunft, Hautfarbe, Kultur oder Religion entschieden entgegenzutreten."

Bürgermeister Reinhard Limbach legte als Zeichen gegen das Vergessen einen Kranz am Mahnmal nieder, der auch Ausdruck des Mitgefühls mit den Angehörigen der Toten und mit den Verletzten des Attentats in der Synagoge von Pittsburgh am vorvergangenen Samstag sein soll.

Das Rahmenprogramm

Bereits um 15 Uhr hatte im Opernfoyer ein Gedenkkonzert unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Sridharan stattgefunden. Gespielt wurde die "Sonate 27. April 1945" von Karl Amadeus Hartmann. Der Komponist verarbeitete in der Sonate den Todesmarsch von Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau. Es spielte die Pianistin Julia Strelchenko.

Während der Gedenkveranstaltung betete Kantor Barry Mehler Kaddisch und begleitete die Veranstaltung mit verschiedenen Liedern, darunter "Eli, Eli". Dabei handelt es sich ursprünglich um ein Gedicht der jüdischen Widerstandskämpferin Hannah Szenes - "Ein Spaziergang nach Caesarea" -, das der Komponist David Zehavi 1945 vertont hat. Matthias Höhn umrahmte die Gedenkveranstaltung zu Beginn und am Ende mit Klarinettenspiel.

Barry Mehler (geboren 1965 in New York), Nachfahre einer jüdischen Familie aus Bonn, studierte an der Juilliard School of Music in New York. Er leitete viele Jahre den großen Synagogenchor in Amsterdam und gründete 2005 den ersten orthodoxen Synagogenchor Deutschlands nach 1945 in München. Barry Mehler ist Direktor und Dirigent des jährlichen Chanukka Konzerts im Concertgebouw in Amsterdam.

Neben der zentralen Gedenkveranstaltung finden bis Samstag, 10. November 2018, weitere in den Stadtbezirken statt. Eine Übersicht gibt es auf www.bonn.de.




 


 

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